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Löwe in einem Zoo nahe der syrischen Stadt Aleppo

VIER PFOTEN RETTET TIERE AUS SYRIEN

13 Tiere aus zerstörtem Zoo nahe Aleppo endlich gerettet

Der Krieg in Syrien hat nicht nur Millionen Menschen zur Flucht aus ihrem Heimatland gezwungen, hunderttausende Opfer gefordert und ein Land einem Trümmerfeld gleich gemacht. Im Krieg verloren auch unzählige Tiere ihr Leben. Die wenigen Überlebenden unter ihnen vegetierten viele Monate, manche sogar Jahre in zerbombten Zoos vor sich hin. Mutige Menschen gaben sie nicht auf und versorgten sie notdürftig mit Futter, um sie am Leben zu erhalten. So auch in einem Vergnügungspark in der Nähe der vom Krieg gebeutelten Stadt Aleppo.

Als Dr. Amir Khalil, Tierarzt und langjähriger Experte für Tiernothilfe-Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten vom Schicksal der Tiere nahe Aleppo hörte, war eines für ihn klar: Er würde alles in seiner Macht stehende tun, um die 13 verbliebenen Tiere vor dem sicheren Tod zu retten. Monate an Vorbereitung gipfelten in einem der anstrengendsten und langwierigsten Rettungsaktionen, die VIER PFOTEN jemals durchgeführt hatte.

Ein neues Leben für die
Tiere in Aleppo

Unterstützen Sie die 13 Tiere auf Ihrem Weg in ein artgemäßes Leben!

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Vier lange Wochen, 13 gerettete Tiere

Es war ein unfassbar kräftezehrender Einsatz für alle Beteiligten aus der VIER PFOTEN-Familie. Ein Team aus Experten machte sich im Juli 2017 auf, dreizehn Tiere aus dem "Magic World" Vergnügungspark zu retten. In enger Zusammenarbeit mit Sicherheitsexperten in der Türkei und Syrien sowie großartiger Unterstützung durch türkische Behörden gelang es uns trotz schwerer kriegerischer Auseinandersetzungen rund um Aleppo neun nahezu verhungerte Tiere sicher in die Türkei zu bringen.

Drei Löwen (zwei Weibchen und ein Männchen), zwei Tiger (ein Weibchen und ein Männchen), zwei Asiatische Schwarzbären (ein Weibchen und ein Männchen) und zwei Hyänen zählten zu den ersten Überlebenden. Doch es fehlten noch vier Tiere: Zwei Löwen und zwei Hunde, die ebenfalls in Käfigen gehalten wurden, harrten weiterhin in ihren Käfigen aus. Es war eine logistische Meisterleistung aller Beteiligten, auch diese Tiere transportfertig zu machen. Etwa eine Woche nach der ersten geglückten Rettungsaktion konnten wir die letzten vier Tiere aus dem Zoo nahe Aleppo ausgehungert und stark dehydriert an der türkischen Grenze in Empfang nehmen. Großer Dank für das Gelingen unserer Rettung gebührt den türkischen Behörden, die für diese Mission die Grenze zu Syrien zweimal für uns und die Tiere öffneten.

Hinweis: Bei Ansicht dieses Videos eventuell auftauchende Werbeeinblendungen stehen in keinem Zusammenhang mit VIER PFOTEN. Wir übernehmen für diese Inhalte keinerlei Haftung.

Wir transferierten die erschöpften Tiere in ein Tierschutzzentrum nahe der türkischen Stadt Karacabey, wo sich alle 13 Tiere für einige Wochen von den Strapazen der Rettung und vor allem dem erlittenen Kriegstrauma erholen konnten. Dank der Unterstützung von Dr. Frank Göritz, des leitenden Tierarztes des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin und langjährigen Partners von VIER PFOTEN, wurden alle Tiere medizinisch erstversorgt und auf die weitere Reise vorbereitet. Etwa drei Wochen nach ihrer Rettung aus Syrien waren alle Tiere soweit transportfähig; wir hatten die benötigten Dokumente der türkischen Regierung zum Export der Tiere erhalten.

Endlich in Sicherheit

Die letzte Reise der 13 Tiere aus Aleppo endete in Amman, wo sie in das von VIER PFOTEN und der "Princess Alia Foundation (PAF)" finanzierte Wildtierschutzzentrum "Al Ma'wa for Nature and Wildlife" freigelassen wurden. In den ersten Monaten waren sie in so genannten Resozialisierungsgehegen untergebracht, die wesentlich kleiner sind als ihre endgültigen, artgemäßen Gehege. Diese Praxis ist notwendig und dient dazu, Tiere aus Käfighaltung langsam an das neu gewonnen Platzangebot zu gewöhnen.