VIER PFOTEN führt Gütesiegel für fleisch ein

24.10.2017

„Tierschutz-kontrolliert“ umfasst erstmals Kriterien für Haltung, Transport und Schlachtung

Seit 2017 gibt es in Österreich Fleisch auf dem Markt, das mit dem VIER PFOTEN Gütesiegel „Tierschutz-kontrolliert“ gekennzeichnet ist. Damit können sich Verbraucher künftig bewusst für tierische Produkte aus artgemäßer Tierhaltung entscheiden. Wir haben bei der Entwicklung des Gütesiegels eng mit Experten aus der Wissenschaft zusammengearbeitet und als erstes Label Kriterien nicht nur für Aufzucht und Haltung, sondern auch für Transport und Schlachtung formuliert.

Erster Lizenznehmer ist der steirische Produzent Schirnhofer. Seit Juni 2017 finden sich drei Produkte vom „ALMO“-Almochsen bei Penny und Merkur im Regal.

Gütesiegel für Transparenz beim Konsumenten

Mit der Einführung von „Tierschutz-kontrolliert“ bieten wir ein Gütesiegel, das nicht nur die Haltung von Tieren, sondern auch deren Transport und Schlachtung entscheidend verbessert. Wir setzen dabei auf höchste Standards und sagen kategorisch NEIN zu Anbindehaltung von Milchkühen und der betäubungslosen Ferkelkastration.

Da bereits kleine Schritte zum Erfolg führen, umfasst das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel zwei Stufen: Silber und Gold. Beiden Stufen liegen verbindliche Richtlinien im Bezug auf Haltung, Transport und Schlachtung zugrunde. Ihre Einhaltung wird von unabhängigen Kontrollstellen überprüft.

In Deutschland haben wir „Tierschutz-kontrolliert“ bereits 2012 gelauncht. Das Fleisch vom "ALMO"-Almochsen der Firma Schirnhofer, das bei REWE Süd erhältlich ist, trägt das Gütesiegel dort seit 2014.

70% der Österreicher für Gütesiegel

Es ist erstaunlich: 70% der Österreicher wünschen sich ein Gütesiegel für Fleischprodukte. 64% finden es zudem schwierig, Kriterien wie Tierschutz beim Einkauf mitzudenken, da Informationen unzureichend oder unübersichtlich sind. Wir fordern daher seit einigen Jahren schon eine bessere Kennzeichnung bei tierischen Produkten.

Die Problematik der Massentierhaltung

In der konventionellen Haltung leben die Tiere in der Regel in strukturlosen Ställen. Mastrinder und Schweine werden auf harten Beton-Spaltenböden gehalten, ohne Zugang zu Stroh oder sonstigem kaubaren Beschäftigungsmaterial. Schweine werden ohne Betäubung kastriert, ihnen werden die Schwänze kupiert. Intensiv gehaltene Masthühner wachsen schneller, als ihr Skelett das Gewicht tragen kann – viele können daher zum Ende der Mast kaum noch laufen. Sie leben in extremer Enge, viele von ihnen sind schwer krank und sterben noch vor dem Schlachttermin.

Bei „Tierschutz-kontrolliert“ gilt generell: größeres Platzangebot, Stallstrukturierung, Beschäftigungsmaterial, feste Gruppen, Tageslicht, Auslauf, eine Begrenzung der Transportzeiten auf das geringstmögliche Maß sowie strenge Vorgaben für die Schlachtung. Konsumenten können sich also sicher sein: "Tierschutz-kontrolliert" setzt sich für maßgebliche Verbesserung in der Nutztierhaltung ein.

Suche