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(c) Nagelhofer

Fragen & Antworten zu "Tierschutz-Kontrolliert" bei Enten

14.7.2019

Alles, was Sie über das Gütesiegel bei Enten wissen möchten

Warum vergibt VIER PFOTEN das „Tierschutz-kontrolliert“ Gütesiegel für Mastenten?

96% von in Österreich konsumiertem Entenfleisch wird im Ausland produziert, wo die Haltungsstandards für Enten wesentlich schlechter sind. So werden im Ausland produzierte Enten teils gestopft (Stopfmast), und auch der Lebendrupf von Elterntieren ist gängige Praxis. Zudem werden meist Moschusenten gehalten. Diese Enten, auch „Flugenten“ genannt, neigen in beengten Verhältnissen zu Kannibalismus, um dem vorzubeugen, werden die Tiere oft in beinahe völliger Dunkelheit gehalten, ihre Schnäbel meist kupiert. Auslauf im Grünen erhalten diese Tiere ebenfalls nicht, und der Zugang zu offenen Wasserflächen wird ihnen verwehrt.

Die BIO-Enten der Eiermacher werden jedoch in Österreich erbrütet, gehalten und geschlachtet. Auch die Elterntiere werden in Österreich gehalten. Es handelt sich hierbei um sogenannte Peking-Enten, eine domestizierte Form der Stockente, welche sich in Gruppen friedlich verhält.

VIER PFOTEN begrüßt daher, dass sich die Haltung und Zucht von Enten ins Inland verlagert, wo den Tieren wesentlich bessere Haltungsbedingungen geboten werden und dies noch in Absprache/Kooperation mit einer Tierschutz-Organisation stattfindet.

Was genau zeichnet die BIO-Enten, die nach den "Tierschutz-kontrolliert"-Richtlinien gehalten werden, aus?

Die Enten werden in mit Stroh eingestreuten Ställen gehalten. Sie erhalten ab ihrem ersten Lebenstag Zugang zu offenen Wasserflächen, um ihre art-typischen Verhaltensweisen (Gefiederpflege mit Wasser) ausleben zu können. Sie haben ständigen Zugang zu einem Außenklimabereich (Frischluft, Sonne) und außer bei extremen Witterungsbedingungen (Sturm/Schnee/Frost) ständigen Zugang zu einem Grünauslauf.

Das alles wird in unangemeldeten Kontrollen regelmäßig kontrolliert. Dabei wird nicht nur der Stall (Haltungssystem), sondern vor allem auch das Wohlergehen der Tiere überprüft.

Dies geschieht über die Erfassung so genannter tierbezogener Parameter am Betrieb. Der Kontrolleur achtet beispielsweise auf Abwesenheit von Krankheiten oder Verletzungen und notiert eventuell auftretende Abweichungen.

Was unterscheidet die Haltung von Enten die nach den „Tierschutz-kontrolliert“ Richtlinien gehalten werden, von der konventionellen Enten-Haltung? 

Bei Enten mit dem „Tierschutz-kontrolliert“- Gütesiegel werden die Enten nicht nur unter strengen Auflagen nach Haltungsrichtlinien am Betrieb gehalten, auch der Transport und die Schlachtung unterliegen den „Tierschutz-kontrolliert Richtlinien. So auch bei Transport und Schlachtung werden höhere Standards verlangt als vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Welche Kriterien gelten bei der Schlachtung? Welche beim Transport?

Transport:

Die Tiere dürfen nur einzeln gefangen und in Transportkisten verladen werden. Das Aufheben an Gliedmaßen (Flügel/Bein) oder am Hals ist streng verboten.

Die Transportzeiten sind so kurz wie möglich zu halten (weniger als vier Stunden Fahrtzeit) und kein Tier darf sich insgesamt länger als sechs Stunden am Fahrzeug befinden.

Die Besatzdichte (115 cm/kg Lebendgewicht) der Transportkisten ist geringer als gesetzlich vorgeschrieben.

Transportfahrzeuge müssen optimale Klimatisierung gewährleisten. Der Verladezeitpunkt sollte im Sommer in den kühleren Nacht- oder Morgenstunden liegen. Bei extremen Außentemperaturen muss die Schlachtung verschoben werden.

Schlachtung:

Die Effektivität der Betäubung (Betäubungskontrolle) muss anhand einer in den Standardarbeitsanweisungen (SAA) festgelegten Stichprobe regelmäßig geprüft und dokumentiert werden. Tierbezogene Parameter werden am Schlachthof erhoben.