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Greifvogelshows: Wappentier in Not





Ein Blick hinter die bröckelnde Fassade
Vergleichbar ist die Tierquälerei bei Greifvogelshows mit der von Tanzbären oder etwa Löwenbabys, die als Streicheltiere durch Discos ziehen müssen. Auch dabei werden Wildtiere gezwungen, unabhängig vom natürlichen Tagesablauf und Tag- und Nachtrhythmus, bestimmte Aktivitäten auszuüben. In beiden Fällen wird ihr Verhalten auf kindlichem Niveau blockiert und sie werden durch gesetzlich ausdrücklich verbotene Fehlprägung auf Menschen nachhaltig und irreversibel geschädigt.

Dauerhunger ist schwere Tierquälerei
Dem Publikum wird erzählt, dass die Tiere, wenn sie sich an den Menschen gewöhnt haben, freiwillig fliegen. In Wahrheit werden sie von klein auf fehlgeprägt und durch Futterentzug abgerichtet. Der einzige Grund, warum sie fliegen, ist Hunger.
Der Zuseher vernimmt dauerndes Piepsen oder Schreien und hält es für "liebevolle" Kommunikation der Tiere mit ihrem Betreuer, da sehr viele Vögel dieses infantile Bettelverhalten ununterbrochen zeigen, sobald sie den Falkner sehen. Dies tun diese Arten sonst nur in extremsten Stresssituationen, etwa bei Aggressionen seitens Artgenossen. Sie wollen damit Gegner besänftigen oder auch in extremen Hungersituationen von Artgenossen Futter erbetteln.

Freiheitsberaubung und Kettenhaft
An den Beinen der Tiere sind Bänder montiert, an denen sie festgehalten und teilweise auch dauerhaft angebunden werden. Dies ist aber bei Greifvögeln genauso verboten wie bei Hunden oder Pferden. Sie versuchen sich tagelang zu befreien, bis sie gebrochen sind. Wenn sie im Sitzen stundenlang mit den Flügeln schlagen, um ihrem Bedürfnis nach Bewegung irgendwie gerecht zu werden, sind das Stereotypien, wie Experten sie von Wildtieren in miserablen Haltungen nur zu gut kennen und verurteilen.

Dunkelhaft als Strafverschärfung
Die sogenannten Falkenhauben, die den Tieren aufgesetzt werden, um sie zu transportieren oder ruhig zu stellen, berauben sie ihres wichtigsten Sinnes. Der Verlust des Sehsinnes bedeutet für sie Stress und Angst. Wie sie sich dabei fühlen müssen, können wir an uns selbst ausprobieren, denn wir sind ebenso optisch orientierte Lebewesen.

Gefahr für Menschen
Für die Zuschauer kann eine Greifvogelvorführung durchaus gefährlich werden. Die Tiere fliegen oft sehr knapp über den Köpfen der Zuschauer und könnten diese leicht verletzten. Außerdem kann es passieren, dass fehlgeprägte Tiere durch irreparable Verhaltensstörungen Besucher angreifen, da sie, sobald sie erwachsen sind, in Menschen nicht nur potentielle Partner, sondern auch Konkurrenten sehen. Solche Attacken können nicht nur für Kinder lebensbedrohlich sein!

Internationaler illegaler Handel
Der illegale Handel mit Greifvögeln hat ungeahnte Ausmaße. Nachweislich stammt ein erheblicher Teil der großen, gefährdeten Arten aus dieser Quelle: Gelege werden aus dem Freiland entnommen, im Brutschrank erbrütet, mit der Hand aufgezogen und dadurch auf Menschen geprägt. Dann werden sie als eigene Nachzucht deklariert und dadurch die für den Verkauf erforderlichen CITES-Zertifikate (gemäß Washingtoner Artenschutzabkommen) erschlichen. 2010 kam es zu einer strafrechtlichen Verurteilung eines Deutschen, der sich in enger Kooperation mit einem Österreicher auf diese Weise Hunderte CITES-Zertifikate, die aber inzwischen annulliert wurden, verschafft hatte. Oft werden auch Federn verkauft. Jede einzelne Feder, egal ob aus eigener Zucht oder zugekauft, muss ein CITES-Zertifikat haben. Das ist jedoch fast nie der Fall.

Gesetzliche Situation
Zirkusse und ähnliche Veranstaltungen mit Haltung und Vorführung von Tierdressuren mit Wildtieren sind in Österreich aus Tierschutzgründen seit 2005 verboten. Greifvögel und Eulen sind Wildtiere, die niemals domestiziert wurden. Greifvogelvorführungen sollten demnach auch längst der Vergangenheit angehören. Weiters finden sich sowohl im Tierschutzgesetz als auch in den dazugehörigen Tierhaltungsverordnungen zahlreiche Regelungen für den Umgang mit Greifvögeln, die praktisch flächendeckend missachtet werden.

Sprengen wir die Ketten!
Die meisten Menschen sind fasziniert, wenn sie Greifvögel bei Flugvorführungen sehen oder vielleicht sogar eine Eule streicheln dürfen. Das Tierleid dahinter ist nicht leicht zu erkennen.




Besuchen Sie bitte keine Greifvogelshows, denn Sie finanzieren damit immer Tierquälerei.




Downloads:

Laden Sie hier den Greifvogel-Folder herunter (.pdf 545KB)






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