Lösungsansatz von VIER PFOTEN: Das Projekt "Freilandhaltung von Mastschweinen"
Im Juni 2000 wurde von VIER PFOTEN, dem Stift Geras und dem Ernteverband ein erfolgreiches Projekt zur Freilandhaltung von Schweinen gestartet. Unter der wissenschaftlichen Betreuung der Universität für Bodenkultur Wien wurden 48 Schweine im Stift Geras in freier Natur gehalten. Das Forschungsinstitut VIER PFOTEN, ein wissenschaftlicher gemeinnütziger Verein, übernahm die Koordination des Projekts.
Auf einer Grenzertragsfläche des Biobetriebes des Stiftes Geras, dem so genannten Energiewald, wurden drei unterschiedlich geprägte Areale zu je 0,8 ha angelegt. Im vorderen Bereich, dem Pappelwald, sind Futterspender installiert. In der Mitte des Geländes finden die Schweine ihren wind- und wetterfesten Unterstand und eine Freifläche vor. Der hintere Teil besteht aus einem Nadelwald. Das Gelände wird von einem Bach durchflossen, den die Schweine zum ausgiebigen Suhlen und Baden nutzen. Für das Trinkwasser sorgen separate Tanks.
Konkrete Ergebnisse aus dem Freiland-Projekt.
Das erfreuliche Resümee nach zwei Jahren Freilandhaltung: 600 glückliche Schweine wuchsen, wissenschaftlich beobachtet, unter besten Bedingungen heran. Die Tiere waren gesund, nahmen rasch an Gewicht zu und machten dem Betreuungspersonal wenig Arbeit.
Das heikle Problem der genetischen Ausstattung der Tiere wurde ebenfalls wissenschaftlich untersucht und für gut befunden. Auch die wasserrechtlichen Bedenken wegen punktueller Überdüngung konnten wissenschaftlich ausgeräumt werden.
Die vergleichsweise geringen Investitionskosten und die Ersparnis an Betriebskosten sprechen für die Freilandhaltung. Das Geraser Freilandschweineprojekt beweist außerdem, dass sich artgemäße Haltung von Schweinen im Freiland, wirtschaftliche Produktionsweisen, erfolgreiche Vermarktung und hohe Fleischqualität durchaus vereinen lassen.
Aufgrund dieses Erfolges und der ausgezeichneten Forschungsergebnisse wurde dieses zukunftsweisende Projekt inzwischen auf weitere landwirtschaftliche Betriebe ausgedehnt. Zurzeit werden in 18 Waldviertler Betrieben etwa 3.000 Freilandschweine gehalten. Seit Ende 2002 ist das Fleisch unter der Ja!Natürlich-Marke "Waldviertler Freilandschwein" im Handel erhältlich.
Ein Leitfaden für die Landwirtschaft.
Um interessierten Landwirten eine Orientierungs- und Umsetzungshilfe für die Haltung von Schweinen im Freiland zu geben, entwickelt VIER PFOTEN einen Leitfaden zur Freilandhaltung. Mit Hilfe der Projektpartner Ja! Natürlich und den bäuerlichen Produzenten müssen die Erfahrungen aus dem Projekt weitergegeben und in die Praxis umgesetzt werden. Wir sind überzeugt, dass durch das Ausdehnen der Freilandschweinehaltung sowohl der Tierschutz, die Landwirtschaft als auch die Konsumenten und der Handel profitieren können. Verein Forschungsinstitut VIER PFOTEN
Das Forschungsinstitut VIER PFOTEN dient der Förderung der Forschung im Bereich Nutztierwissenschaften, Wildtierhaltung und Ersatz von Tierversuchen. Hiermit unterstützt das Forschungsinstitut die gemeinnützige Stiftung VIER PFOTEN mit der Konzeption und Durchführung von Projekten, Kampagnen und Informationstätigkeiten, die der Wissenschaft und dem Schutz der Tiere in hohem Maße dienen. Beispiele dafür sind das Geraser Freilandschweineprojekt und das Projekt ALMO (Almochsen aus artgemäßer Tierhaltung) in Kooperation mit der Firma Schirnhofer aus der Steiermark. Das Forschungsinstitut VIER PFOTEN verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige wissenschaftliche Zwecke und agiert zudem als Drehscheibe zwischen den einzelnen Projektpartner. Spenden an das Forschungsinstitut VIER PFOTEN sind steuerlich absetzbar.
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