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VIER PFOTEN zum Weltmilchtag: Auch Rinder-Babys brauchen ihre Mütter

Gesetzlich verpflichtende Mutterkuhhaltung auch bei Milchbetrieben gefordert

Am 1. Juni ist Weltmilchtag - ein Grund für VIER PFOTEN, die gängigen Praktiken in der Milchwirtschaft scharf zu kritisieren. "Der natürliche Vorgang von Fortpflanzung und Aufzucht ist von der Milchindustrie komplett pervertiert worden", betont Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN.

Eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie ein Kalb geboren hat und durch eine sofortige erneute Trächtigkeit die Milchproduktion aufrechterhalten wird. Das bedeutet, dass Milchkühe einmal pro Jahr ein Kalb gebären müssen, also ständig durch künstliche Besamung trächtig sind. Zudem werden die Kühe auf immer extremere Milchleistung gezüchtet. Dadurch und durch die tierquälerischen Haltungsbedingungen werden sie für Krankheiten anfälliger und sind bereits nach etwa vier bis fünf Jahren so ausgemergelt, dass sie geschlachtet werden - und das bei einer natürlichen Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren!

Bereits die neugeborenen Kälber leiden massiv unter der Milchwirtschaft: Sie werden von den Mutterkühen direkt nach der Geburt getrennt und bekommen nur industrielle Ersatzprodukte. Für Stadler ist dies unverständlich: "Die Kälber kommen oft in die illegale Einzelboxen- oder Kettenhaltung und haben keinen Kontakt mit ihren Müttern. Jeder Mensch kann sich vorstellen, wie furchtbar dies für Mutter und Kind ist. Die Tiere schreien tagelang nacheinander. Die Kälber beginnen an allem zu saugen, was sie finden können, um ihren Saugtrieb zu befriedigen. Wegen der Überproduktion landen die Kälber dann oft in den berüchtigten Langstreckentiertransporten."

Sogar wenn alle Kälber von ihren Müttern natürlich gesäugt würden und nur die Restmenge abgemolken würde, hätten wir immer noch mehr Milch als verbraucht wird! VIER PFOTEN fordert daher auch in der Milchproduktion dringend die gesetzlich verpflichtende Mutterkuhhaltung. Die Kinder sollen bei ihren Müttern bleiben, bis sie selbst genügend feste Nahrung zu sich nehmen.

Kuhmilch ist logischerweise für den Nachwuchs von Kühen bestimmt und nicht für den Menschen geeignet. Dies hat unter anderem die immer öfter diagnostizierte Laktoseunverträglichkeit zur Folge. Erwachsenen Menschen fehlen sogar die notwendigen Fermente, um Kuhmilch entsprechend zu verdauen und zu verwerten. Auch die "Kalziumlüge" der Milchindustrie wird immer häufiger aufgedeckt: Tiermilch führt - trotz des Kalziumgehalts - sogar zu einer negativen Kalziumbilanz in den Knochen, da durch den hohen Gehalt an Tiereiweiß mehr Kalzium ausgespült als zugeführt wird. Eine Reduktion des Milchkonsums bringt also nicht nur den Tieren, sondern auch uns Menschen selbst etwas. In jedem Supermarkt gibt es heute gesunde pflanzliche Milchalternativen.

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