Sehnsucht nach Freiheit
Bären, Löwen, Tiger, Leoparden, Affen, Elefanten und viele andere Tiere vegetieren hinter den Gittern der kleinen Käfigwagen von Zirkussen dahin. Meist finden zwei Vorstellungen täglich statt, in der restlichen Zeit werden die Tiere ohne Rücksicht auf ihr Sozialverhalten in ihren Käfigen zur Schau gestellt. Tiere, die von Natur aus Einzelgänger sind, werden mit ihren Artgenossen zusammengepfercht, andere Tiere werden alleine gehalten, obwohl sie für ihr Wohlbefinden unbedingt das Zusammenleben in der Gruppe brauchen.
Von Kopf stehenden Elefanten und tanzenden Bären
In freier Wildbahn tanzen Bären nicht und sie fahren auch nicht Rad, Elefanten stehen nicht Kopf und Raubtiere springen nicht durch brennende Reifen. Doch leider gehören solche Dressurnummern mit Tieren zum Alltag und sind das Ergebnis brutaler Trainingsmethoden. Bis sie die erwartete Leistung erbracht haben, wird den Tieren häufig Futter, Wasser und Ruhe vorenthalten. Sie stehen unter ständigem seelischen und körperlichen Druck. Schmerz und Angst bringen beispielsweise einen Elefanten dazu, einen "Hand"stand zu machen. Peitschenhiebe und Stiche mit dem "Elefantenhaken" in empfindliche Körperstellen muß der Elefant schmerzhafter empfinden, als den Druck von drei oder vier Tonnen Körpergewicht auf seine Gelenke.
Die ständige Unterdrückung der natürlichen Instinkte und die Stress-Situation des Eingesperrtseins bleiben bei den Wildtieren nicht ohne Auswirkungen; schwere Verhaltensstörungen, wie Stereotypien, Apathie oder Aggressionen sind die Folge.
Aktuelle Situation
Das jahrelange Engagement von VIER PFOTEN und anderer Tierschutzorganisationen hat sich bezahlt gemacht! Seit 1.1.2005 ist das Bundestierschutzgesetz in Kraft; in 27. (1) ist folgendes festgehalten:
"In Zirkussen, Varietund ähnlichen Einrichtungen dürfen keine Arten von Wildtieren gehalten oder zur Mitwirkung verwendet werden."Das bedeutet, dass Zirkusse, die Österreich besuchen, keine Wildtiere mitführen dürfen. Die Verwendung von domestizierten Tieren wie Hunden oder Wasserbüffeln ist weiterhin erlaubt, hier können auch Dressur-Programme gezeigt werden.
Für Österreich ist dieses traurige Kapitel damit abgeschlossen. Jenseits unserer Landesgrenzen gibt es allerdings noch genug zu tun! In den meisten Ländern der europäischen Union ist diese fortschrittliche und tierschutzgerechte gesetzliche Regelung leider noch Vision.
Forderungen der VIER PFOTEN
Unser Ziel ist ein Zirkus ohne Wildtiere - ausnahmslos und weltweit! In Österreich haben wir unser Ziel erreicht, es bleibt jedoch noch genug zu tun! Österreichs Politiker sind gefordert, sich nun verstärkt auf EU-Ebene für ein Auftritts-Verbot von Wildtieren in Zirkussen einzusetzen. Auch VIER PFOTEN wird sich als international agierende Tierschutzorganisation auf EU-Ebene und durch die Kollegen in unseren Länder-Büros für das Schicksal der vielen noch verbliebenen Zirkustiere einsetzen.
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