Tiertransporte: der ganz normale Wahnsinn
Das Thema Tiertransporte sorgt für Aufregung. Der Anlass: 65 Rinder wurden 64 Stunden von Estland zum Schlachthof Bergheim bei Salzburg gekarrt und dort geschlachtet. Das Fleisch ist inzwischen schon wieder auf dem weg nach Estland. Was die Medien so erregt, ist für Tierschützer leider nichts Neues. Vergleichbare Transporte sind in der EU die Regel und durch die neue EU-Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport gedeckt. Rechtlich gesehen gab es auch im aktuellen Fall keinen Anlass zum einschreiten. Für VIER PFOTEN nur ein weiterer Beweis, dass die Regelungen zu Tiertransporten von Grund auf reformiert gehören.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist die Ankündigung der für Tierschutz zuständigen Gesundheitsministerin, dass an einem neuen Gesetz für Tiertransporte gearbeitet wird, in dem die Zuständigkeiten, Kontrollvorschriften, Sanktionen, das Informationsmanagement und das Strafwesen geregelt werden. Voraussetzung dafür: die Tiertransport-Agenden müssen in die Zuständigkeit des Gesundheits-Ministeriums wandern. Dies soll nun geschehen. Damit wird eine Forderung von VIER PFOTEN erfüllt, die wir bereits an die Vorgängerin im Ministerium gestellt hatten. Ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Erfolg. Damit erhöht sich für die Zukunft die Chance, dass Tiertransporte verstärkt unter dem Aspekt des Tierschutzes betrachtet und geregelt werden.
An der grundsätzlichen Problematik ändert das aber nichts. Der Transport von Tieren darf nicht durch marktwirtschaftliche Kriterien geregelt werden, hier hat das Wohl der Tiere im Mittelpunkt zu stehen. Deswegen: Drastische Reduktion der Fahrzeiten von Lebendtiertransporten bzw. die verpflichtende Regelung, dass Tiere nur zum nächstgelegenen Schlachthof transportiert werden dürfen.
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