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Falsche Haltung: So leiden Großkatzen im Zirkus

2015-07-13
Das ist Varvara, die letzte Zirkus-Tigerin in Bulgarien.
© VIER PFOTEN International

Bewegungsmangel und Langeweile

Der latente Bewegungsmangel und die langweilige Umgebung führen bei vielen Großkatzen im Zirkus zu stereotypen Verhaltensstörungen und chronischen Erkrankungen. Naturgemäß kann ein Zirkus einer Großkatze niemals ein artgemäße Unterbringung ermöglichen: Immerhin durchstreifen Großkatzen in ihren natürlichen Lebensräumen riesige Gebiete und sind tagelang unterwegs. 


Die Unterbringung

Viele Großkatzen, wie etwa Tiger, sind Einzelgänger. Sie werden dennoch sehr oft mit anderen Artgenossen auf engstem Raum zusammengepfercht. Nicht selten sogar mit Löwen – zwei Tierarten, die sich in der freien Wildbahn niemals begegnen würden. Rückzugsgebiete, wie sie in der Natur vorkommen, fehlen in der Käfighaltung vollkommen. Die Tiere sind einem irrsinnigen Stress ausgeliefert. Auch der Löwe, der in der freien Wildbahn in Rudeln lebt, hat unter den vorherrschenden Bedingungen im Zirkus keine Möglichkeit sein natürliches Familienleben auszuleben oder sich zurückzuziehen. Verhaltensstörungen und chronische Erkrankungen sind die Folgen. 


Tagaktiv vs. nachtaktiv

Viele Großkatzen sind nacht- und dämmerungsaktiv. Ihre „Arbeitszeiten“ in der Zirkusmanege sind damit nicht vereinbar. Trainings, Dressuren und Vorführungen finden – um sich an die eher junge Zielgruppe anzupassen – am Tag statt. Diese für die Großkatze unnatürliche Aktivität führt zudem zu enormen Stress. 


Nachzuchten & Inzucht

Viele Großkatzen, die im Zirkus eingesetzt werden, stammen entweder aus Zoos oder werden von Zirkussen selber nachgezüchtet, teilweise sogar als Ergebnis von Inzucht. Um die Tiere bestmöglich dressieren zu können, werden sie viel zu früh von ihren Müttern getrennt. Jungtiere werden vom Menschen mittels Handaufzucht großgezogen, um eine Fehlprägung des Tieres auf den Menschen zu erreichen. Das führt einerseits bei den Müttern zu großem Stress, andererseits kann das Jungtier kein starkes Immunsystem, da ihm die in der Muttermilch vorkommenden Antikörper fehlen. 


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