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VIER PFOTEN Recherche zeigt: Hälfte der Echtpelz-Produkte ist nicht gekennzeichnet

2016-12-15

Forderung nach genauer Kennzeichnung nach Schweizer Vorbild

Auf die Kennzeichnung von Echtpelz kann man sich nicht verlassen, vor allem bei Produkten im Niedrigpreissegment  – das ist das Fazit der in Wien, Graz und Linz durchgeführten Recherche. Insgesamt wurden 85 Produkte mit Echtpelzbesatz wie Hauben, Handschuhe und Jacken bei ganz unterschiedlichen Händlern untersucht. Bei 49 Prozent war der Pelz nicht vorschriftsmäßig deklariert. Das jeweilige Etikett gab keine Information dazu, dass Bestandteile tierischen Ursprungs enthalten waren, wie es die EU-Kennzeichnungsverordnung verlangt.

 

Die VIER PFOTEN Mitarbeiter ließen eine Stichprobe von vier nicht richtig gekennzeichneten Produkten, von einem Labor untersuchen. Das Ergebnis: Bei allen Produkten handelte es sich um Echtpelz, zwei Mal vom Marderhund, ein Mal vom Nerz und ein Mal vom Kaninchen. Der niedrige Preis ließ keinesfalls darauf schließen, dass es sich um Echtpelz handelte. 

 

Nun fordert VIER PFOTEN von der österreichischen Regierung, sich auf EU-Ebene für eine transparente und verbraucherfreundliche Kennzeichnungsregelung einzusetzen. Nach Vorbild der Schweiz sollten die Tierart mit korrektem Artnamen, das Herkunftsland und die Art der Pelzgewinnung im Etikett der Kleidungsstücke klar benannt werden. 

 

Auch in Deutschland hat VIER PFOTEN gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund in fünf deutschen Großstädten Kleidungsstücke mit Echtpelz auf ihre Kennzeichnung hin untersucht. Das Ergebnis war praktisch dasselbe: Über 50 Prozent der Kleidungsstücke waren nicht gemäß der EU-Textilkennzeichnungsverordnung gekennzeichnet.


Ein Beispiel einer Haube mit Bommel aus Marderhund-Fell.
© VIER PFOTEN

Verwirrung durch EU-Kennzeichnungsregelung

Seit Mai 2012 gilt die neue EU-Kennzeichnungsverordnung: Textile Kleidungsstücke müssen gemäß Artikel 12 der Verordnung mit dem Hinweis „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden.

 

Diese Regelung sorgt jedoch bei den Verbrauchern für Verwirrung. Ob es sich bei den ‚tierischen Teilen‘ einer Jacke um die Daunenfüllung, den Lederriemen am Reißverschluss oder um die Echtpelzverzierung der Kapuze handelt, ist nicht zu identifizieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verordnung nur gilt, wenn die Kleidungsstücke zu mindestens 80 Prozent aus Textilgewebe bestehen. Wenn Produkte wie Pelzmäntel oder Lederhandschuhe mit Fellbesatz zu mehr als 20 Prozent aus tierischem Material bestehen, gibt es gar keine Kennzeichnungspflicht mehr. Bei Schuhen und Accessoires gibt es diese grundsätzlich nicht. Umfragen ergaben, dass ein großer Teil der Verbraucher Echtpelz ablehnt und daher beim Einkaufen auf eine klare Kennzeichnung angewiesen sind. 

Daher wird eine exakte und seriöse Kennzeichnung gefordert, die vor allem bei billigen Produkten von Nöten ist. Viele  Konsumenten gehen aber bei niedrigen Preisen davon aus, dass es sich selbstverständlich um Kunstpelz handelt. Die systematische Fehlinformation muss ein Ende haben.


Hier sind Handschuhe mit Besatz aus Kaninchen-Fell zu sehen.
© VIER PFOTEN

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