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Canned Hunting: Die brutale Jagd auf Löwen in Südafrika


Das Reiseziel Südafrika boomt, nicht nur bei Naturliebhabern. Auch für Jäger ist das südliche Afrika ein Paradies: Tausende Jagd-Touristen aus Europa und den USA bereisen die Region; statt Fotos bringen Sie tote Tiere als Souvenirs mit nach Hause. Je nach Geldbeutel sind fast alle Wildtierarten zu haben – sogar geschützte Arten wie Elefanten. Eine besonders perfide Trophäenjagd ist das „Canned Hunting“ auf Löwen.



© VIER PFOTEN

Canned Hunting - Zucht für die Jagd

Die extremste Abart der Trophäenjagd ist das „Canned Hunting“, im Deutschen auch „Gatterjagd“ genannt. Opfer sind meist Löwen, die ihren Jägern auf dem Silbertablett serviert werden: Die Tiere werden in Einzäunungen eingesperrt und einfach abgeknallt. Die Löwen werden auf Farmen gezüchtet und von Hand aufgezogen. Sie zeigen kaum Scheu vor Menschen. Aus den Gehegen können die Tiere nicht entkommen. Zum Teil werden sie mit Ködern angelockt, mitunter sogar mit Medikamenten ruhig gestellt. Auf Löwenjagd kann in Südafrika jeder gehen – ein Jagdschein oder nachgewiesene Jagderfahrung sind meist nicht nötig. So werden manche Löwen nicht mit dem ersten Schuss erlegt und sterben qualvoll.

 


Zu früh von der Mutter getrennt, doch schöner Schein für Touristen

Nicht nur die Jagd auf die Zucht-Löwen ist aus Tierschutzsicht als zutiefst unethisch abzulehnen. Für die Löwen in den südafrikanischen Zuchtfarmen beginnt der Leidensweg bereits kurz nach der Geburt. Oft schon drei Tage nach der Geburt werden die Löwenbabys von den Muttertieren getrennt. Abgesehen vom seelischen Leid der Tiere hat diese Praxis fatale Konsequenzen: Durch die fehlende Muttermilch treten vielfach Mangelerscheinungen auf. Viele der Jungtiere müssen zunächst als Touristenattraktion herhalten, man kann sie streicheln, Fotos machen und mit ihnen spazieren gehen. Ahnungslose Touristen besuchen diese Farmen und bezahlen Geld, um kleine Löwenjunge anzuschauen oder anzufassen. Dass sie damit eine grausame Industrie unterstützen, die selbst von vielen Jagdverbänden als unethisch abgelehnt wird, ist den wenigsten bewusst. Auch die Haltungsbedingungen für die Jungtiere sind oft völlig inakzeptabel: Wasser, Futter oder Schatten sind in vielen Gehegen Mangelware. Im schlimmsten Falle werden weibliche Jungtiere kurz nach der Geburt getötet, da sie für die Jagd seltener nachgefragt werden.


Löwinnen als Gebärmaschinen

Die Zuchtlöwinnen sind bald nach der Wegnahme ihrer Jungen wieder empfängnisbereit und werden sofort neu gedeckt. Als “Gebärmaschinen“ missbraucht, sind sie dem andauernden Trauma ausgesetzt, ihre Babys zu verlieren. In freier Wildbahn bekommen Löwinnen etwa alle zwei Jahre Junge; auf den Zuchtfarmen müssen sie alle sechs Monate werfen. Ausgelaugte oder kleine Löwinnen enden nicht selten als „Sonderangebot“ für Jäger.


Eine Frage des Geldes

Canned Hunting ist ein Hobby für eine wohlhabende Minderheit aus reichen Industrie-Nationen. Je größer der Geldbeutel, desto größer die Trophäe: Ein männlicher Löwe mit prächtiger Mähne kostet etwa 25.000 Euro, Tiere mit besonders dunkeler, dichter Mähne bis zu 45.000 Euro. Weibchen sind schon für 5.000 Euro oder weniger zu haben. Auf manchen Farmen werden auch Löwenjunge zum Abschuss angeboten! Im Internet, auf Jagdmessen oder in spezialisierten Reisebüros werden komplette Jagdpakete beworben, die die „Unterstützung“ durch einen professionellen Jäger sowie Kost und Logis beinhalten. Zusätzlich wird für die Transportkosten und die Aufwendungen für den Tierpräparator gezahlt. Aber nicht nur Löwen fallen der Schießwut von Jagd-Touristen zum Opfer. Um den Jägern besondere Trophäen zu bieten, werden auf einigen Farmen sogar Tiger gezüchtet und für die Jagd angeboten, obwohl die Tiere in Südafrika gar nicht heimisch sind.


Gefahr für wilde Löwen

Die Befürworter von Canned Hunting behaupten zuweilen, Canned Hunting diene dem Artenschutz. Das Gegenteil ist der Fall: Das zunehmende Angebot von Trophäenjagden verstärkt den Druck auf wildlebende Löwen-Populationen, denn für die Zucht werden immer wieder Tiere aus der freien Wildbahn gefangen. Die Zahl der wilden Löwen schrumpft seit Jahren: Experten gehen von weniger als 20.000 wildlebenden Löwen auf dem afrikanischen Kontinent aus, die SSC Cat Specialist Group der IUCN erwartet, dass etwa 42 Prozent der großen Löwenbestände schrumpfen.


Unterschreiben Sie unsere Petition und fordern ein Verbot der Löwenjagd in Südafrika!


Erwachsene Löwen enden als Trophäen im Jagdzimmer

Im Alter von vier bis sieben Jahren erreicht ein erwachsener Löwe jenes Alter, in dem er auch als Trophäe brauchbar wird. Hier kommen so genannte Jagdfarmen ins Spiel. Denn es ist nicht immer der Fall, dass Löwen am Ort ihrer Aufzucht auch Jägern vorgesetzt werden. Vielen von ihnen werden stattdessen zu speziell dafür eingerichteten Jagdfarmen gebracht. Die meisten südafrikanischen Jagdfarmen befinden sich in den Regionen "Free State", "North West" und "Limpopo". 

 


Das ist Kimba, ein von VIER PFOTEN geretteter Löwe, der eigentlich auch als Jagdtrophäe enden hätte sollen.
© VIER PFOTEN | Mihai Vasile

Knochen von Löwen und Tigern als Heilmittel

Ein weiterer unfassbarer Verkaufsschlager sind Knochen von gesunden Löwen und Tigern, die teuer nach Asien verkauft werden, um dort als so genanntes Heilmittel eingesetzt zu werden. Dabei werden nicht nur die Knochen gesunder Löwen in Gefangenschaft verwendet. Nein, auch Löwen aus der freien Wildbahn fallen diesem Trend immer wieder zum Opfer. 

 

Unglaublich, aber wahr, denn das Einschläfern eines gesunden Löwen für medizinische Zwecke ist in Südafrika legal. Man benötigt lediglich eine Genehmigung. Besonders in Ländern, wie China, Laos und Vietnam finden die Löwen- und Tigerknochen reißenden Absatz. Ein lukratives Geschäft für Südafrika. 


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