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Vorfall in Kärnten zeigt: Zu wenig Bewusstsein für Nutztiere

2016-07-12

© Fred Dott

Kühe, die bei40 Grad Hitze in einen Anhänger gesperrt und völlig dehydriert im Kärntner Althofen (Bezirk St. Veit) aufgefunden wurden: Der Vorfall in Kärnten zeigt laut VIER PFOTEN, dass Nutztiere und ihre Bedürfnisse  nach wie vor viel zu gering geschätzt werden.

 

VIER PFOTEN appelliert an die Verantwortlichen, Tiertransporte nur nachts durchzuführen. Die Ladedichte sollte um 20 Prozent reduziert und die Belüftung des Fahrzeugs schon während des Verladens eingeschaltet werden. 


Mindeststandards der Haltung können Risiko für Hitze-Katastrophen nicht reduzieren

In der Nutztierhaltung reichen laut VIER PFOTEN die gesetzlichen Mindeststandards oft nicht aus, um das Risiko solcher Hitze-Katastrophen zu reduzieren. Die Tierschutzorganisation empfiehlt daher konkrete Maßnahmen, mit denen Landwirte für Sicherheit und Wohlbefinden der Tiere sorgen können. 

 

Schweine und Geflügel können nicht schwitzen. Sie sind auf die Gestaltung ihrer Umgebung und die Achtsamkeit ihrer Tierhalter angewiesen. Ställe und Lüftungsanlagen sind in Österreich baulich nicht für lang anhaltende Hitzeperioden ausgelegt. Deshalb ist es wichtig, mit entsprechenden Managementmaßnahmen schnell und frühzeitig zu reagieren.

 



© VIER PFOTEN

Wichtig: Lüftungsanlage muss auf dem neuesten technischen Stand sein

VIER PFOTEN rät Tierhaltern zu einer vermehrten Kontrolle der Belüftung im Stall. Durch eine Verdoppelung der Luftgeschwindigkeit kann die Kühlwirkung verstärkt werden. Eine verstärkte Ventilation kann in Hitzeperioden unnötiges Leid der  Tiere verhindern. Besonders wichtig ist die ausreichende Wasserversorgung der Tiere. 

 

Weideflächen bzw. Freilaufzonen müssen auf jeden Fall auch ausreichend  schattige Plätze bieten, damit Tiere nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Im Idealfall werden schon bei der Planung der Anlagen Bäume und Sträucher gepflanzt. Wenn Stallungen einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollte die natürliche Durchlüftung verstärkt werden. Helle, isolierte Dächer sind ebenfalls geeignet zur Vorbeugung.  



© VIER PFOTEN | Fred Dott

Die Besatzdichte sollte verringert werden

Ein echtes Problem im Hinblick auf den Tierschutz ist in Massentierhaltungs-Betrieben der hohe Tierbesatz auf engem Raum. Je dichter aneinander gedrängt Tiere gehalten werden, desto mehr leiden sie natürlich unter der Hitze.

 

Ganz wichtig ist laut VIER PFOTEN auch die gesetzliche Vorgabe für Landwirte, dass Nutztiere zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben müssen. Was schon bei normalen Temperaturen eine Selbstverständlichkeit sein sollte, ist bei Hitze lebensnotwendig.

 

Die Landwirtschaftskammer Österreich hat auf ihrer Website übrigens nützliche Hitze-Tipps für Halter von Kühen zusammengestellt.

 


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