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Integral-Umfrage: Acht von zehn ÖsterreicherInnen wollen Verbot der Ferkelkastration ohne Betäubung

2016-10-11

© VIER PFOTEN

Bündnis „Fair Ferkel“ fordert Politik zum Handeln auf

82 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind laut einer jüngsten Integral-Umfrage für ein Verbot der Ferkelkastration ohne Betäubung, wie sie hierzulande gängige Praxis ist. Auftraggeber der Umfrage ist das Bündnis „Fair Ferkel“, zu dem sich UNITED CREATURES, VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT), VIER PFOTEN, WIENER TIERSCHUTZOMBUDSSTELLE und der Verband „pro tier“ zusammengeschlossen haben. Integral hatte für die Studie im September 500 Telefoninterviews mit ÖsterreicherInnen ab 14 Jahren durchgeführt.


Dieses Ergebnis ist ein eindeutiger Auftrag an die VertreterInnen von Politik, Landwirtschaft und Handel. Auch für Elisabeth Sablik vom VGT sind die AkteurInnen nun gefordert, denn die Umfrage hat auch gezeigt, dass zwei Drittel der Bevölkerung nichts über die grausame Praxis der betäubungslosen Ferkelkastration wussten. Generell gaben 78 Prozent an, dass sie der Leidensdruck der Ferkel bei der Kastration stört. Noch höher, nämlich bei 87 Prozent, lag dieser Wert bezogen auf Bio-Schweinefleisch.


Mit ein bisschen Empathie kann man sich vorstellen, dass eine Kastration ohne Betäubung für das Tier unglaubliche Schmerzen bedeuten. Bei der Kastration werden die Hoden mit einer Quetsch-Zange oder einem Skalpell entfernt. Begründet wird der Eingriff damit, dass der Hoden der Schweine ab der Geschlechtsreife Hormone bildet, die bei 1 bis 5 Prozent der Tiere zu einer Beeinträchtigung von Geruch und Geschmack des Fleisches führen können.



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Prinzipiell gibt es bei den Alternativen zwei Richtungen:

Entweder chirurgische Eingriffe mit Betäubung oder die Aufzucht unkastrierter Ferkel, die sowohl als Ebermast als auch mit Immunokastration möglich ist. Die in “Fair Ferkel“ zusammengeschlossenen Organisationen lehnen Eingriffe an Nutztieren, die nicht medizinisch notwendig sind, grundsätzlich ab; daher begrüßen sie generell Alternativen ohne chirurgische Entfernung von Körperteilen.

 

Gemeinsam ist allen genannten Alternativen, dass sie nicht ohne Kosten umzusetzen sind, was sich in einer Erhöhung des Preises für Schweinefleisch um einige wenige Cent pro Kilo niederschlagen würde.

 

Das Bündnis „Fair Ferkel“ sieht in diesem Zusammenhang besonders den Lebensmitteleinzelhandel gefordert, diese Kosten über seine Preispolitik abzufedern. Denn mit Fleisch darf kein Preis-Dumping gemacht und der Kampf um Marktanteile nicht auf dem Rücken der LandwirtInnen und Nutztiere ausgetragen werden


 „Fair Ferkel“ wurde gegründet, um Ressourcen gemeinsam und damit effizienter einzusetzen. „Es geht auch darum, die Öffentlichkeit für diese Thematik zu sensibilisieren“, erklärt Harald Hofner, Präsident des Tierschutz-Dachverbands pro-tier. „Um unser Anliegen bekannt und somit verstärkt Druck auf die AkteurInnen zu machen, ist eine Bündelung der Kräfte bzw. eine enge Zusammenarbeit mehrerer Tierschutzorganisationen wichtig“, so Hofner. Ziel von „Fair Ferkel“ ist es, ein Verbot der Kastration von Ferkeln ohne Betäubung per 1.1.2019 zu erwirken.

 

Hier können Sie die Integral Studie als pdf downloaden.



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