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Geflügelpest

2017-01-09

VIER PFOTEN fordert Impfungen statt Massentötungen

Vor genau einem Monat, am 8. November, wurde der erste Fall von Geflügelpest mit dem hochpathogenen Erreger H5N8 in Deutschland gemeldet. Mit großer Sorge verfolgen wir die derzeitige massenhafte vorsorgliche Tötung von gesundem Geflügel. Die Tierseuchenbekämpfungspolitik der EU wie auch die Ursachenforschung zur Geflügelpest ist zu hinterfragen. Wir fordern, dass der ethische Wert eines jeden Lebens mehr zählt als handelspolitische Gründe.


Wir fordern die maximale Anzahl der Tiere pro Betrieb zu reduzieren, um den Infektionsdruck nachhaltig abzuschwächen.
© VIER PFOTEN / Fred Dott

Vorsorgliche Keulungspolitik ist mit Tierleid verbunden

Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern werden zigtausende gesunde Tiere vorsorglich getötet. Da die Tötung der Tiere direkt auf dem Betrieb erfolgen muss, wo die Gegebenheiten anders sind als auf dem Schlachthof, geschieht dies häufig auf extrem tierschutzwidriger Weise. So ist beispielsweise bei der CO2-Einleitung in Putenställe die Konzentration nicht sofort hoch genug, um längere Erstickungsnot der Tiere zu verhindern.


Einseitige Ursachenforschung

Mit einer der Hauptursachen für die rasante Verbreitung von Krankheiten ist die extreme Tierdichte durch die industrielle Intensivtierhaltung.  Auch die Vielzahl der Tiertrasporte trägt zur Verbreitung des Virus bei. Doch diese Übertragungswege werden zu wenig erforscht. So müssten beispielsweise die Handelswege betroffener Betriebe mehr unter die Lupe genommen werden.

Auch die immer wieder aufgestellte Theorie der Übertragung von Wildvögeln auf Hausgeflügel ist nicht erwiesen. Die umgekehrte Variante ist ebenso möglich. Wildvögel könnten sich an Exkrementen anstecken, die aus der Nutztierhaltung auf Felder ausgebracht werden. Eine objektive Ursachenforschung fehlt.


Impfverbot

Obwohl in der EU verschiedene Impfstoffe zugelassen sind, die einen zuverlässigen klinischen Schutz erzeugen. Ist eine  prophylaktische Impfung gegen die Geflügelpest in Deutschland und der EU verboten. Im Falle eines Ausbruchs kann die zuständige Behörde jedoch Ausnahmen vom Impfverbot zulassen.


Vorteile der Impfung

Durch eine Impfung der Tiere können sich die Tiere zwar weiterhin mit dem Virus infizieren. Damit es aber zu einer Infektion kommt, ist eine deutlich erhöhte Virusmenge notwendig. Darüber hinaus scheiden geimpfte Tiere entweder keine oder wesentlich weniger Viren aus als nicht geimpfte. Auch ist der Ausscheidungszeitraum bei geimpften Tieren deutlich verkürzt. Dadurch kann der Infektionsdruck gesenkt werden. Geimpfte Tiere zeigen nur selten oder nur leichte klinische Symptome einer Erkrankung. Verluste unter geimpften Tieren sind sehr selten.


Aufstallungspflicht

Die von Behörden angeordnete Aufstallpflicht, also Einsperren von Geflügeltieren in den Ställen, bedeutet extremes Tierleid. Tiere, die es gewohnt sind, ins Freie zu gehen, bepicken, verletzen oder erdrücken sich.  Bis zu 50% Todesfälle in den Herden sind keine Seltenheit. Zudem bekämpft die Aufstallungspflicht die Seuche nicht nachhaltig, denn diese ist auch in Intensivhaltungsbetrieben aufgetreten, in denen die Tiere niemals ins Freie durften. Ein direkter Zusammenhang zwischen Freilauf und Infektionsdruck wurde bisher nicht nachgewiesen. Insbesondere kleine landwirtschaftliche Betriebe mit einer artgemäßen Geflügelhaltung müssen darunter leiden, dass in der EU eine nicht tiergerechte Seuchenpolitik betrieben wird. Dass sich viele Freilandhalter dagegen wehren, ist mehr als verständlich. Eine Lösung in der derzeitigen Gesetzeslage kann ein überdachter Außenklimabereich sein, der den Vögeln zumindest Frischluft und Tageslicht gewährleistet.


Um den Infektionsdruck bei Geflügelkrankheiten nachhaltig abzuschwächen, fordert VIER PFOTEN die maximale Anzahl der Tiere pro Betrieb zu reduzieren, und eine Dezentralisierung der Produktionsstätten umzusetzen.


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