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Bündnis „Fair Ferkel" will Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln

2016-07-28

Wussten Sie, dass in Österreich 2,7 Millionen Ferkel jedes Jahr bei vollem Bewusstsein kastriert werden? Tatsächlich ist es bei uns legal, wenn Tiere weniger als sieben Tage alt sind. Bei der Kastration werden die Hoden mit einer Quetsch-Zange oder einem Skalpell entfernt. Wir müssen wohl nicht näher darauf eingehen, mit welchen Schmerzen eine solche Operation verbunden ist, wenn Tiere sie ohne Betäubung miterleben müssen. Aus diesem Grund haben wir uns mit dem Verein gegen Tierfabriken (VGT), UNITED CREATURES und der Tierschutzombudsstelle Wien zusammengetan und die Initiative „Fair Ferkel - Bündnis für mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung" ins Leben gerufen. Ziel ist es, per 1. Jänner 2019 ein Verbot der legalen Kastration von Ferkeln ohne Betäubung zu erwirken. 


So werden Ferkel im Alter von wenigen Tagen ohne Betäubung kastriert.
© VIER PFOTEN

Warum Kastration?

Begründet wird der Eingriff damit, dass die Hoden der Schweine ab der Geschlechtsreife Hormone bilden, die bei 1 bis 5 Prozent der Tiere zu einer Beeinträchtigung von Geruch und Geschmack des Fleisches führen kann. Im Klartext: Weil das Fleisch von 1 bis 5 Prozent der Schweine für den Konsumenten nicht mehr so gut schmeckt, wie es dies normalerweise tun würde, werden die Tiere solchen Qualen ausgesetzt. 


Was ist die Alternative?

Gleich vorweg: Die betäubungsose Kastration von Ferkeln passiert sowohl in der konventionellen, als auch in der biologischen Landwirtschaft - hier wird leider kein Unterschied gemacht. Prinzipiell gibt es zwei Alternativen zur schmerzvollen Kastration: ein chirurgischer Eingriff mit Betäubung oder die Aufzucht unkastrierter Ferkel, die sowohl als Ebermast als auch mit Immunokastration (Verhinderung der Hormonbildung durch einen Impfstoff) möglich wäre. Die österreichische Landwirtschaft argumentiert damit, dass dies zu teuer wäre. Dass es jedoch anders geht, zeigen Länder, wie die Schweiz, Norwegen, Australien oder ab 2019 auch Deutschland. 


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