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Lebenserwartung

2016-04-12

Wie alt könnte eine Kuh, ein Schwein oder ein Huhn werden, wenn man die Tiere nicht schlachten würde?

Erstaunlicherweise ist es nicht einfach, die natürliche Lebenserwartung von sogenannten Nutztieren  herauszufinden. Weder in landwirtschaftlichen Lehrbüchern noch in Fachzeitschriften wird man fündig. Das ist mehr als traurig, zeigt es doch, dass die eigentliche Lebenserwartung  der Tiere keinen Stellenwert in der Landwirtschaft hat. Das Alter bis zur Schlachtung findet man hingegen in vielen Lehrbüchern und landwirtschaftlichen Merkblättern.

 

Vergleicht man die durchschnittliche Nutzungsdauer mit der potentiellen Lebenserwartung, stellt man eine große Diskrepanz fest. Die potentielle Lebenserwartung aller Nutztiere ist um ein Vielfaches höher als das Alter, in dem sie geschlachtet werden. VIER PFOTEN hat Grafiken erstellt, in denen diese Unterschiede deutlich erkennbar werden.


Lebenserwartung Rind/Kuh
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Schwein/Sau
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Huhn
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Schaf
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Kaninchen
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Gans
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Ente
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Truthahn (Pute)
© VIER PFOTEN

Lebenserwartung Ziege
© VIER PFOTEN

 

Bei der Nutzungsdauer wird Rasse-unabhängig vom in der Praxis üblichen Schlachtalter ausgegangen. Bei der Darstellung der eigentlichen Lebenserwartung handelt es sich meist um Erfahrungen mit Nutztieren unterschiedlicher Rassezugehörigkeit, die in Tierparks  zur Erhaltungszucht oder auf Gnadenhöfen gehalten werden, bis sie aufgrund ihres Alters sterben.

 

Wie alt extrem auf Hochleistung gezüchtete Tiere werden könnten, ist weitgehend unbekannt, da diese bis auf wenige Ausnahmen so gut wie nie bis zu ihrem natürlichen Tod gehalten werden. In der Grafik wurde auf eine Darstellung von Wildformen in freier Wildbahn verzichtet, da es uns darum geht zu zeigen, wie jung Nutztiere geschlachtet werden, obwohl sie eigentlich viel älter werden könnten. Ebenso unberücksichtigt bleibt die in der Praxis übliche Sterberate vor Erreichen des angestrebten Schlachtalters, denn viele Tiere erreichen nicht einmal dieses, da sie zuvor an Krankheiten sterben oder getötet werden.

 

Um den frühen Tod von Nutztieren nicht zu unterstützen, ist es am besten, den Konsum von Fleisch und anderen Produkten tierischen Ursprungs zu meiden. Denn in allen Nutztierhaltungssystemen – egal ob konventionell oder biologisch – leben die Tiere nicht so lange, wie sie könnten.

Wenn man weiterhin Fleisch essen möchte,  ist es wichtig, auf höhere Tierschutzstandards zu achten

  • Produkte mit einem vertrauenswürdigen Tierschutzgütesiegel (mit strengen Kriterien).
  • Zertifizierte biologische Produkte (hier wird mehr auf Tierwohl geachtet als im konventionellen Standard)
  • Wenn man die Gelegenheit hat, den Betrieb, von dem man Produkte kauft, zu besuchen, dann empfiehlt es sich, insbesondere bei Direktvermarktern mit Auslaufhaltungen, die Tiere selbst einmal in Augenschein zu nehmen. Zögern Sie nicht, die Tierhalter direkt zu fragen, ob Sie sich die Tiere ansehen dürfen.  

 

Quellenverzeichnis


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