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Welthunger

2016-10-14

© VIER PFOTEN

Je mehr Fleisch wir essen, desto weniger Menschen können wir ernähren

Weltweit leiden über 802 Millionen Menschen unter den Folgen des Hungers. Und das, obwohl es genügend Nahrung für jeden Menschen auf dieser Erde gäbe. Wenn also theoretisch ausreichend Lebensmittel für jeden Menschen vorhanden sind, warum leiden dann immer noch so viele Menschen auf der ganzen Welt unter einer Hungersnot? Diese Frage stellen wir uns anlässlich des alljährlichen Welthungertages am 16. Oktober 2016.

 

Einer der zentralen Gründe dafür liegt in der Herstellung von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten und Eiern. Obwohl es genügend pflanzliche Nahrungsmittel gäbe, um alle Menschen dieser Erde zu ernähren, werden die meisten der angebauten pflanzliche Nahrungsmittel nicht als Nahrungsquelle für hungernde Menschen, sondern als Futter für Tiere verwendet. Und das sogar in Drittweltländern.


Weltweit wird ein Drittel (36%) der agrarischen Nutzflächen für die Produktion von Tierfutter verwendet

Um Fleisch und andere tierische Erzeugnisse wie Milch, Käse und Eier herzustellen, benötigen die Nutztiere Futter wie Weizen, Mais, Soja und Gerste. Die Futterproduktion ist aber nicht der einzige problematische Aspekt in Bezug auf die Nutztierhaltung. Ihre Haltung benötigt enorme zusätzliche Land-, Wasser- und Energieressourcen. Zudem ist noch Energie erforderlich, um die Tiere am Ende ihrer Lebenszeit zum Schlachthof zu transportieren und ihre Körper zu verarbeiten. Wer also ein Rinds-Steak verspeist, verbraucht schätzungsweise 160 Mal mehr Land-, Wasser- und Brennstoffressourcen, als beim Verzehr einer vegetarischen Speise.



© VIER PFOTEN

Getreide- und Futtermittelherstellung

Für jedes Kilogramm an Futtermittel, das an Tiere verfüttert wird, steht nur ein Bruchteil der Kalorien in Form von Fleisch für den menschlichen Verzehr zur Verfügung. Das bedeutet, dass Nutztiere  zwischen 13 und 20 Pfund Getreide fressen, um im Endeffekt nur 1 Pfund Fleisch zu produzieren. Von dieser Menge Getreide  könnten 20 mal so viele Menschen ernährt  werden. Das anhaltende Wachstum der Fleischproduktion verschlingt tausende Tonnen von Getreide, das den Armen dieser Welt damit nicht mehr zur Verfügung steht.


Auch das Tierwohl leidet

Der weltweit wachsende Appetit nach tierischen Produkten bedeutet, dass die Landwirte unter Druck stehen, immer größere Mengen an Fleisch, Eiern und Milchprodukten zu liefern.  Diese Herausforderungen verursachen große Veränderungen bei den Produktionsmethoden und haben somit auch Einfluss auf das Tierwohl.


Fütterung von Nutztieren mit Kraftfuttermischung ist nicht die Lösung

Die Zeit ist definitiv reif, zu hinterfragen, in welche Richtung sich die konventionelle Nutztierhaltung entwickeln soll. Es muss dringend in Lösungen investiert werden, die unsere Gesellschaft ernähren und die wirtschaftlich lebensfähig, umweltfreundlich und respektvoll im Sinne des Tierwohl sind. Dabei kann jeder seinen Teil zur Verbesserung der Gesamtsituation beitragen. Was esse ich heute? Diese Entscheidungen sollten wieder vermehrt ganz bewusst gefällt werden. Durch die Wahl von pflanzlichen Alternativen wird der Fleischkonsum in kleinen Schritten reduziert. So kann jeder Einzelne seinen biologischen Fußabdruck verringern und auf eine positive und ethische Weise dazu beitragen, dem Planeten, den Menschen und den Tieren zu helfen.



© VIER PFOTEN | Matthias Schickhofer


Quellen:

www.fao.org

http://gentleworld.org/could-veganism-end-world-hunger/

http://www.onegreenplanet.org/environment/world-hunger-population-growth-ditching-meat/

https://www.ciwf.org.uk/media/3758836/Food-security-and-farm-animal-welfare-report.pdf


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