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Eingriffe bei Rindern

2016-06-27

© VIER PFOTEN

Enthornen

  • Zweck: Tiere sollen sich auf engem Raum nicht gegenseitig oder das Betreuungspersonal verletzen.
  • Die Hornanlagen werden ausgebrannt. Hornanlagen sind mit Nerven durchzogen, daher ist das Enthornen sehr schmerzhaft.

 

Schwanzkupieren (mit elastischen Ringen)

  • Zweck Milchkuh: der Melker wird beim Melken nicht durch einen schmutzigen Schwanz gestört.
  • Zweck Mastrinder: vermeidet Schwanzspitzennekrosen bei enger Aufstallung in Vollspaltenbuchten. Zur Erklärung wann Schwanzspitzennekrosen entstehen: Beginnt mit Veränderungen der Haut an der Schwanzspitze, Schäden an den Schwanzspitzen. Dies kann zu Entzündungen führen und in die Schwanzwirbel aufsteigen, das ins Rückenmark oder in die Gelenke gehen könnte. Tiere müssten – wenn der entzündete Teil nicht rechtzeitig amputiert wird – notgeschlachtet werden. 
  • Ein Gummiring wird so fest um das innervierte Schwanzende gebunden, dass dieses abstirbt. Dieser Prozess dauert einige Wochen und ist sehr schmerzhaft für das Tier.
  • Es gibt auch andere Methoden zum Schwanzkupieren, die jedoch ebenfalls ohne Betäubung durchgeführt werden (z.B. Schwanzkupieren mit Thermokauter)

 

Brennen/Brandzeichen

  • Zweck: Identifikation
  • Mit einem glühend heißen Eisen werden dem Tier hochgradige Verbrennungen auf der Haut zugefügt. Die Tiere zeigen wochenlang Schmerzsymptome .

 

Ohrmarken einziehen

  • Zweck: Identifikation
  • Die Ohren werden durchstochen, um Identifikationsmarken anzubringen.

 

Kastration bei männlichen Tieren ohne Betäubung

  • Zweck: Verhindert die Zeugungsfähigkeit männlicher Tiere und macht sie umgänglicher.
  • Die Samenstränge werden mit einer Zange (Burdizzo-Zange) stark gequetscht. 

Warum werden viele Eingriffe eigentlich ohne Betäubung gemacht?

In den meisten Ländern sind die genannten Eingriffe ohne Betäubung bis zu einem bestimmten Alter der Tiere erlaubt. Früher ging man davon aus, dass junge Tiere nicht dasselbe Schmerzempfinden haben wie Ausgewachsene. Dies ist jedoch längst widerlegt. Der Hauptgrund ist, Geld einzusparen, denn eine fachgerechte Betäubung muss in der Regel von einem Tierarzt durchgeführt werden. Dieses Geld wird durch die bestehenden gesetzlichen Ausnahmeregelungen für Nutztiere auf den Betrieben eingespart. Undenkbar hingegen wäre es, würde man die Kastration eines männlichen Hundes oder eines Katers ohne Betäubung erlauben.  Bei Nutztieren geht es leider vorrangig um den ökonomischen Nutzen – selbst bei extrem schmerzhaften Prozeduren wird keine Rücksicht genommen. Gesetzgeber lassen sich hier leider sehr häufig von der Wirtschaftsseite leiten. Aber auch die Gesellschaft und die Konsumenten müssen bereit sein, für Tierwohl mehr Geld auszugeben. 

 

Außerdem werden Mastrinder meist intensiv auf Vollspaltenböden gehalten. Die harten Ränder der Spalten können das Risiko für Veränderungen erhöhen (z.B. wenn ein anderes Tier auf den Schwanz steigt). Problem sind die hohen Besatzdichten und damit die Enge. So kann es zu Rangkämpfen kommen, was wiederum in diesen engen Buchten das Verletzungsrisiko erhöhen. 



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