VIER PFOTEN App nun für Iphone/Ipad und Android erhältlich


VIER PFOTEN App Download für
AndroidAndroid

IphoneIphone

Zeuge von Tierleid – was tun?



© VIER PFOTEN

Bitte schauen Sie nicht weg, wenn ein Tier Hilfe braucht!

Es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu tun – auch in Eigeninitiative. 
Unzählige Missstandsmeldungen erreichen uns telefonisch, per Email oder per Post. An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass wir anonyme Briefe nicht behandeln können. Oftmals ist es nötig Rückfragen stellen zu können, um die Angelegenheit zu prüfen bzw. auf den Grund zu gehen. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann selbst Missstände beim zuständigen Amtstierarzt melden!


Fakten prüfen

Erstens vergewissern Sie sich, ob ein Tier wirklich hilfsbedürftig ist. Recherchieren Sie vor allem dann gründlich, wenn Sie die Informationen von Dritten erhalten haben. Leider führt manchmal auch ein Streit unter Nachbarn dazu, dass jemand Falschaussagen über eine Tierhaltung abgibt, nur um dem Halter zu schaden bzw. weil das Bellen des Hundes stört oder etwa der Geruch des Misthaufens lästig ist.

Zweitens, prüfen Sie, ob es für die Haltung der Tierart spezielle Anforderung gibt, und ob der Halter sich daran hält. Informationen hierzu finden Sie in den Grundlagen des Tierschutzes.


Beweise sichern

Sichern Sie nach Möglichkeit Beweise (Fotos, Videos etc.), die die Tierhaltung / den Tiermissbrauch dokumentieren. Vorhandene Zeugen und die eigene Bereitschaft, als Zeuge aufzutreten, können eine wichtige Ergänzung sein. Besteht der Wunsch, dass die Aussage vertraulich behandelt wird, sollte der zuständige Sachbearbeiter darauf hingewiesen werden, dass die Anonymität zu wahren ist.


Amtstierarzt kontaktieren

Übermitteln Sie die von Ihnen gesammelten Beweise zusammen mit einer sachlichen und möglichst präzisen Beschreibung der von Ihnen dokumentierten Situation an das zuständige Magistrat bzw. die Bezirkshauptmannschaft (Kontaktadressen finden Sie im Internet).

Die Amtstierärzte sind zuständig für:

  • Überprüfung von Tierhaltungen (routinemäßig und aufgrund von Hinweisen)
  • Ahndung von Tierschutzverstößen: sie leiten hierzu Strafverfahren ein
  • Hinweis: Die Amtstierärzte sind nicht dazu verpflichtet, Ihnen Auskünfte zum jeweiligen Verfahren zu geben. Scheuen Sie dennoch nicht die Frage nach dem Fortlauf der Untersuchung, so signalisieren Sie auch die Dringlichkeit des Falls.

Helfer vor Ort ansprechen

Versuchen Sie, lokale Tierschützer (Tierschutzgruppen, Tierheim etc.) mit ins Boot zu holen, eventuell sind sie auch bereits über den „Fall“ informiert. Gemeinsam kann man mehr erreichen!


Anzeige erstatten

Ihnen bleibt auch immer die Möglichkeit Anzeige gegen den Halter bei der zuständigen Polizeiinspektion oder direkt bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten. Jeder, der eine Tat anzeigt, sollte sich ein Aktenzeichen geben lassen und nachfragen, was aus der Anzeige geworden ist.

Befindet sich ein Tier in akuter Lebensgefahr, verständigen Sie bitte sofort die Polizei. Eine schnelle Reaktion Ihrerseits kann einem Tier das Leben retten.

Grundsätzlich gilt: Mangelhafte Haltungsbedingungen von Heimtieren und Nutztieren basieren häufig auf Unkenntnis oder fehlendem Interesse für die Bedürfnisse der Tiere. Deshalb hilft es manchmal schon, dem Halter freundlich klarzumachen, dass sein Tier leidet und wie dem abgeholfen werden kann. Auch ein Hinweis auf die Mindestanforderungen der Haltungsbedingungen gemäß Tierschutzgesetz können hierbei hilfreich sein.


Grundlagen des Tierschutzes

Das Ziel des mit 01.01.2005 in Kraft getretenen Bundestierschutzgesetzes (BTSchG) ist der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf: Link zum BTSchG

Mit Inkrafttreten des Bundestierschutzgesetzes ist die Kompetenz in der Gesetzgebung vom Land an den Bund übergegangen. Für den Vollzug sind nach wie vor die Länder zuständig. Zentrale Anlaufstelle sind die Bezirkshauptmannschaften bzw. Magistrate (in Wien beispielsweise die MA 60) mit ihren Amtstierärzten. Diese sind neben Tierhaltungskontrollen u.a. auch für Zulassungen von Tierheimen, Zoos und Wildtierhaltungen zuständig. (siehe „Amtstierarzt kontaktieren“)

Ebenso gibt es mit Inkrafttreten des BTSchG nun in jedem Bundesland eine Tierschutzombudsstelle. Die Tierschutzombudsleute sind weisungsungebunden, haben in Verwaltungsverfahren einschließlich Verwaltungsstrafverfahren Parteistellung und können somit Akteneinsicht fordern. Hier eine Übersicht zue jeweiligen Tierschutzombudsperson in Ihrem Bundesland: http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Tiergesundheit/Tierschutz/Ombudsstellen/

Anmerkung: Die Jagd ist vom Tierschutzgesetz ausgenommen. Gemäß der österreichischen  Verfassung ist die Jagd  „Ländersache“ und so gibt es in Österreich in jedem Bundesland ein eigenes Jagdgesetz.

Basierend auf dem BTSchG gibt es  die 1. und 2. Tierhaltungsverordnung (THVO), die speziell auf die Haltung von einzelnen Tierarten eingehen bzw. in welchen die Mindestanforderungen für die Haltung der jeweiligen Tierarten geregelt sind:

Die 1. THVO für Pferde und Pferdeartige, Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen, Schalenwild, Lamas, Kaninchen, Hausgeflügel, Strauße und Nutzfische, unter http://bit.ly/J8OOKZ

Die 2. THVO für Wirbeltiere, die nicht unter die 1. Tierhaltungsverordnung fallen, über Wildtiere, die besondere Anforderungen an die Haltung stellen und über Wildtierarten, deren Haltung aus Gründen des Tierschutzes verboten ist. Diese ist nachzulesen unter http://bit.ly/J9FF5I

Auf der Website des  Bundesministeriums für Gesundheit finden sich Handbücher und Checklisten zu folgenden Tierarten: Geflügel, Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen. Unter http://bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Tiergesundheit/Tierschutz/Tierschutzkontrolle/

Anmerkung: Ein Handbuch sowie eine Checkliste für Pferde ist derzeit in Ausarbeitung.

Es gibt noch weitere Gesetze bzw. Verordnungen wie etwa ein Tiertransportgesetz, Zirkusverordnung, Schlachtverordnung, Gewerbeverordnung, Zooverordnung, … Im folgenden finden Sie die Links zu den jeweiligen Gesetzen bzw. Verordnungen:


Alle Gesetzestexte finden Sie im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes: www.ris.bka.gv.at

Für Anfragen und zur Hilfestellung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!


Fälle für den Amtstierarzt


drucken