VIER PFOTEN App nun für Iphone/Ipad und Android erhältlich


VIER PFOTEN App Download für
AndroidAndroid

IphoneIphone

VIER PFOTEN Einsatz im Irak: Hilfe für die Tiere in Mossul

2017-02-22
Der Gesundheitszustand des Löwen gibt Grund zur Sorge: Die Monate des Nahrungsentzuges haben ihn bis auf die Knochen abmagern lassen.
© VIER PFOTEN

VIER PFOTEN hilft Zootieren im vom Krieg verwüsteten Zoo in Mossul

Es kommt einem so vor, wie der Schauplatz eines Kriegsfilms. Doch mit Fiktion hat die Situation in Mossul nichts mehr zu tun. Seit Monaten bekämpfen sich dort Irakische Truppen und die Terrormiliz "Islamischer Staat". Die Opfer Frauen, Kinder, Männer - und TIERE. 

 

Der Zoo von Mossul gleicht einem Trümmerfeld. Kaum vorstellbar, dass es hier überhaupt noch Leben geben soll. Als unser VIER PFOTEN Tierarzt Dr. Amir Khalil den völlig zerstörten Eingang des Zoos passiert, traut er seinen Augen kaum. Der erfahrene Tierarzt ist Experte für Einsätze in Krisen- und Kriegsgebieten. Schon oft konnte er Tiere aus ihren misslichen Lagen befreien und vor dem sicheren Tod bewahren. Doch Mossul ist anders. Mossul ist zerstört. Zerstört von der Wucht einer kriegerischen Auseinandersetzung, deren Ende schwer vorhersehbar ist. Mittendrin Bär Lula und Löwe Simba - die letzten beiden Überlebenden aus dem Al-Nur Zoo in Mossul.

 

Und sie brauchen UNSERE Hilfe...



Neben der Unterernährung ist besonders der Zustand der Zähne des Bären mehr als besorgniserregend.
© VIER PFOTEN

Knapp dem Hungertod entkommen...

Unserem Nothilfeteam unter der Leitung von Dr. Amir Khalil bot sich ein Bild der Zerstörung. Gebäude und Gehege waren dem Erdboden gleich gemacht. Überall nur Schutt und Trümmer, die von der Gewalt der kriegerischen Auseinandersetzung zeugten. Der Großteil der Tiere aus dem Zoo in Mossul hatte nicht überlebt. Nur ein Bär und ein Löwe harren weiterhin in ihren Käfigen aus. Abgemagert bis auf die Knochen, schwach und kränklich. Uns war sofort klar: Diesen Tieren müssen wir sofort helfen...

 

Dr. Amir Khalil bereitete das Narkosemittel vor. Die Dosierung ist entscheidend. Da beide Tiere stark unterernährt sind, darf er die vorgeschriebene Menge nicht überschreiten. Das Gewicht wird geschätzt. Dr. Amir Khalil ist ein Experte auf seinem Gebiet. Seit Jahrzehnten ist er für VIER PFOTEN rund um den Globus im Einsatz für Tiere in Not. 

 

Zuerst ist der Bär Lulu an der Reihe. Ihr geschwächter Körper sackte nach der Verabreichung des Narkose-Mittels sofort zu Boden. Die Erstversorgung konnte beginnen. Dr. Khalil stellte eine Lungenentzündung fest, die zwar nicht lebensbedrohlich war, definitiv aber medikamentös behandelt werden musste. Der geschwächte Körper war in einem bemitleidenswerten Zustand. Unter dem dichten Fell waren die einzelnen Rippen klar ertastbar, die Zähne faul und mit schmerzhaften Zahnfleischentzündungen versehen. Es ist kaum vorstellbar, was Lula - neben der Mangelernährung - wohl für Schmerzen erleiden musste. 

 

Jetzt der zweite Überlebende: Ein ehemals stattlicher Löwe namens Simba, der nach drei Monaten des Nahrungsentzug einem Häufchen Elend glich. Bereits vor der Narkose war für Dr. Amir Khalil klar, dass der Löwe neben seiner offensichtlichen Unterernährung an schwersten Gelenksproblemen litt. Seine Hinterläufe sackten immer wieder ab, man merkte, dass er große Schmerzen haben musste. Auch seine Zähne waren in einem fürchterlichen Zustand. Leider ein sehr häufig auftretendes Problem bei Wildtieren in Gefangenschaft, die weder artgemäß gehalten, noch ernährt werden. 

 

Für den Moment geht es den beiden Tieren den Umständen entsprechend gut. Unsere Erstversorung hat ihnen Linderung beschwert. Nun ist es an der Zeit, sie wieder aufzupäppeln.

 


Die vergangenen Monate haben schwer an der körperlichen Gesundheit des Bären gezehrt: Er ist stark abgemagert und benötigte dringend medizinische Hilfe.
© VIER PFOTEN

Futter und Medikamente für die nächsten vier Wochen

Unser Einsatz im Zoo von Mossul soll natürlich nicht nur unmittelbar Erleichterung für die beiden Tiere bringen. Wir stellen Lulu und Simba auch Futter und medizinische Versorgung für die nächsten vier Wochen zur Verfügung. Die Fütterungen werden nach unserer Abreise jene freiwilligen Helfer vor Ort übernehmen, die uns auch während der Nothilfe-Mission zur Seite standen. 

 

Natürlich können wir nicht sagen, wie es in der Region weitergehen wird. Eines können wir aber garantieren: Für die nächsten Wochen müssen die Tiere aus dem Zoo von Mossul keinen Hunger mehr leiden.

 

Wir hoffen natürlich sehr, dass sich die Lage entspannt und sich die Tiere vom Stress und den Strapazen der vergangenen drei Monate vollständig erholen können. 

 

Bitte helfen Sie uns, damit wir auch weiterhin weltweit für Tiere in Not dasein können, wenn sie unsere Hilfe benötigen. Vielen Dank! 



drucken