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Aktuelles

2015-02-26

© FOUR PAWS | 2015

Unser Tierärzteteam ist letzte Woche in die indische Hafenstadt Chennai an der Ostküste Süd-Indiens gereist, um dort in Kooperation mit der indischen Tierschutzorganisation „Blue Cross of India“ verletzte oder kranke Streunerhunde sowie andere notleidende Tiere zu verarzten, zu kastrieren und zu impfen.

 

Das VIER PFOTEN-Team behandelt im Tierheim von Blue Cross of India zwei Wochen lang kostenlos Tiere, die von der Stadtverwaltung oder Privatpersonen gebracht werden. Die Tierärzte der Partnerorganisation kastrieren und versorgen seit Jahren hunderte Streunerhunde im Monat. Doch es gibt weit mehr tierische Patienten als Tierärzte. Jeden Tag kommen LKW-Ladungen mit Hunden und anderen Tieren im Tierheim von Blue Cross of India an.


Arbeit von früh morgens bis spät abends für unsere Tierärzte

Auf dem Operationstisch von VIER PFOTEN-Teamleiterin Dr. Anca Tomescu liegen täglich Dutzende Hunde, die sie kastriert und impft. Außerdem etliche Notfälle. Ob Vogel, Affe, Kuh, Schlange, Hund oder Katze - die engagierte Tierärztin nimmt jeden Patienten und jede Herausforderung an, um Leben zu retten. Obwohl die indische Tierärzte sehr gut sind, können sie die riesige Anzahl an leidenden Tieren nicht alleine bewältigen. Dr. Anca Tomescu ist sehr froh darüber, dass sie Blue Cross of India unterstützen können.



© FOUR PAWS | 2015


Das harte Schicksal der tierischen Patienten

Gestern wurde dem Ärzteteam eine misshandelte junge Hündin ins Tierheim gebracht. Jemand hatte ihr den Kiefer gebrochen. In einer mehrstündigen Operation fixierten Dr. Tomescu und ihr Team den Kiefer der Hündin, der sie den Namen „Darling“ gaben. Da eine orthopädische Maske für eine solche Verletzung fehlte, konstruierten die Tierärzte kurzerhand eine passende Schutzmaske für Darling. Diese hat die Operation gut überstanden und ist auf dem Weg der Besserung. Dr. Tomescu: „Es berührt mich sehr, eine verängstigte Hündin wie Darling zu sehen, die, obwohl sie schlimme Schmerzen hat, nach ein paar Streicheleinheiten freundlich mit dem Schwanz wedelt.“ Dr. Tomescu hofft nun sehr, dass Darling bald ein liebevolles Zuhause findet.



© FOUR PAWS | 2015

Die unglaubliche Auswirkung des Müllproblems in Indien

Kurz darauf hatte das VIER PFOTEN Ärzteteam eine andere riesengroße Herausforderung zu bewältigen: Eine trächtige, völlig geschwächte Kuh, die kaum mehr laufen konnte. In einer ebenfalls mehrstündigen und sehr anstrengenden Notoperation holten Tierärzte von VIER PFOTEN und Blue Cross mehr als 25 Kilogramm Plastikflaschen, Drähte und Plastiktüten aus ihrem Magen. Dr. Anca Tomescu war nach dieser intensiven Operation total erschöpft und schockiert über die Massen an Müll, die in diese arme Kuh hinein passen konnte. Der Anblick eines solchen Müllbergs sollte alle Menschen sensibilisieren, die achtlos Müll auf die Straße werfen, vor allem in einem Land wie Indien, wo Kühe frei herumlaufen. Ob die Tierärzte das Leben der Kuh retten konnten, wird sich erst in den nächsten Tagen herausstellen.


Die Arbeit von Blue Cross of India

VIER PFOTEN begann die Zusammenarbeit mit Blue Cross of India im Jahr 2007. Seitdem fährt das Team zweimal im Jahr nach Chennai. Dort startete bereits im Jahr 1860 ein Streunerhunde-Tötungsprogramm. Damit sollte das Problem mit den Streunerhunden gelöst werden. Gemäß eines örtlichen Beschlusses von 1919 legalisierten die Behörden das Einfangen und Töten aller Hunde, die auf der Straße ohne Kennzeichnung herumliefen. Von da an wuchs die Zahl der getöteten Hunde stetig. Allerdings wuchs gleichzeitig die Zahl an Tollwuterkrankungen bei Menschen, ebenso die Anzahl an Hunden auf den Straßen. Nach über hundert Jahren Streunerhunde-Massentötungen war das Problem keineswegs gelöst: Weder die Tollwutfälle, noch die Zahl an Streunerhunden waren zurückgegangen.

 

Blue Cross of India startete im Jahr 1996 ein Kastrationsprogramm, das „Animal Birth Control programme“, das in Chennai und Umgebung sowie in Japura umgesetzt wird. Das Ziel des ABC-Programms ist nicht nur, die Anzahl an Streunerhunden auf humane Weise zu reduzieren, sondern auch die Anzahl an Tollwutfällen. Nach der Umsetzung des Kastrationsprogramms in Chennai ist die Zahl von an Tollwut gestorbenen Menschen von 120 (im Jahr 1996) auf fünf (im Jahr 2004) gesunken.



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