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VIER PFOTEN erstattet Anzeige: Wieder Attentate auf geschützte Wildvögel

2017-09-04

Mäusebussard aus Burgenland mit Schussverletzung in der EGS

Vor wenigen Tagen wurde ein verletzter Mäusebussard aus dem Burgenland in die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) gebracht. Er war in Gols an der Grenze zu Mönchhof gefunden worden. Beim Röntgen im Zuge der Erstversorgung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien stellte sich leider heraus, dass der geschützte Greifvogel zwei Schrotkugeln sowie Splitter im linken Flügel und in der linken Hüfte hatte. Das EGS-Team hofft nun, dass der Mäusebussard nach der Rekonvaleszenz in der Station wieder fliegen und freigelassen werden kann.


Der verwundete Mäusebussard wir nun in der EGS Haringsee versorgt.
© VIER PFOTEN

VIER PFOTEN ist erschüttert, dass es schon wieder Schussattentate auf geschützte Wildvögel im Burgenland gibt. Mehrere Studien haben aber bereits ergeben, dass Greifvögel und Störche nicht für den Rückgang von Niederwild verantwortlich sind.

 

In Strem, ebenfalls im Burgenland, war erst am 10. August ein angeschossener Storch gefunden worden. Das Projektil steckte unmittelbar unter der Herzspitze. Beim Absturz durch den Schuss hat er sich auch noch den linken Oberschenkel gebrochen. Leider verstarb der Vogel nach einer Notoperation auf der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

 

Alle Greifvögel und auch Störche sind ganzjährig geschont und dürfen daher nicht bejagt werden. Leider werden diese Vögel von manchen Jägern als Jagdkonkurrenten gesehen und deshalb illegal getötet.

 

Es wäre wünschenswert, wenn die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch in der Ausbildung angehender Jäger berücksichtigt würden. Der illegale Abschuss von Wildvögeln ist nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen, sondern ist im Übrigen auch ein grober Verstoß gegen österreichische Jagdgesetze und die EU-Vogelschutzrichtlinie.

 

VIER PFOTEN hat beide Fälle beim Bundeskriminalamt für Umweltkriminalität zur Anzeige gebracht.


Greifvögel und Störche werden fälschlicherweise für den Rückgang von Niederwild verantwortlich gemacht.
© VIER PFOTEN

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