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Aus dem Nest geplumpst: Kleiner Waldkauz findet neues Zuhause

2013-02-25

© EGS | Sigrid Frey

Generell aber gilt: Jungvögel nur in echten Notfällen „retten“!

 

„Der arme kleine Kerl muss gerettet werden“ dachte sich wohl die wohlmeinende Person, die einen jungen Waldkauz vor wenigen Tagen im Innenhof eines Hauses im 8. Wiener Gemeindebezirk  am Boden sitzend fand. Sie brachte ihn also in die Vogelklinik der Veterinärmedizinischen Universität Wien, die ihn dann an die Experten der von VIER PFOTEN unterstützten Eulen- und Greifvogelstation (EGS) in Haringsee übergab. Dort wird er nun von Ammeneltern weiter großgezogen, bis er schließlich so weit ist, dass er wieder ausgewildert werden kann.

„Normalerweise gilt: Man sollte einen Jungvogel nur dann nach Hause mitnehmen, wenn man sich völlig sicher ist, dass es sich um einen echten Notfall handelt, also z.B. um einen wirklich frisch geschlüpften oder wenige Tage alten Jungvogel“, erklärt Dr. Hans Frey, Leiter der EGS in Haringsee. Rettung sei außerdem nötig, wenn der Vogel sichtbar verletzt ist, man selbst beobachten konnte, dass die Elterntiere verunglückt sind oder wenn sich das Tier an einem offensichtlich gefährlichen Ort befindet.

Ästlinge nennt man diese Jungvögel im typischen Alter, in dem sie anfangen, aus dem Nest zu klettern und sich auf die umliegenden Bäume aufzuteilen. „Da landen sie dann auch oft am Boden, was im Wald überhaupt kein Problem ist, weil sie dann halt einfach wieder auf den nächsten Baum klettern“, so Dr. Frey.

Natürlich ist die Situation in einer Großstadt wie Wien eine andere. „Es ist schwer zu sagen, ob es besser gewesen wäre, den kleinen Waldkauz seinem Schicksal zu überlassen“, meint Dr. Frey. „Aber in jedem Fall ist er bei uns gut aufgehoben.“

Findet man als Laie einen nachweislich verwaisten Jungvogel,  sollten diese Findlinge in eine Kartonschachtel gesetzt und möglichst rasch erfahrenen Händen übergeben werden. Eine Versorgung mit Wasser und Nahrung ist in der kurzen Aufbewahrungszeit nicht unbedingt erforderlich. Bei Unsicherheit sollte man unbedingt den Rat von Experten wie jene der EGS einholen.


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