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WWF & VIER PFOTEN mit Petition gegen Fischotter-Tötungen in NÖ

2017-02-27
Aus Tierschutzsicht ist der Abschuss der Fischotter höchst problematisch.
© VIER PFOTEN | Christof Zurschmiede

Landesrat Pernkopf will Dutzende ihm anvertraute geschützte Tiere töten lassen

 

Jetzt wird es ernst! In Niederösterreich sollen diese Woche per Bescheid 40 geschützte Fischotter zum Abschuss freigeben werden. Durch eine Ausnahmegenehmigung, die Landesrat Stephan Pernkopf zugunsten von Hobbyfischern und Teichwirten erlassen hat, ist dies letztendlich möglich. Hiermit positioniert sich der ÖVP-Landesrat klar gegen den Artenschutz und den Tierschutz. Gemeinsam mit dem WWF kritisieren wir diese Maßnahme des Landesrates scharf und fordern in einer Petition die sofortige Rücknahme der Abschusspläne. Unter www.wwf.at/fischotter-petition bitten wir Sie um Ihre Unterstützung!

 

Fischotter haben das ganze Jahr über Junge

Besorgniserregend ist vorallem: Otter können ganzjährlich Jungtiere haben, wird eine säugende Fischotter-Mutter entnommen, besteht die Möglichkeit, dass sie nicht mehr zu ihren Jungen zurückkehrt. Die Jungtiere würden in diesem Fall elendig in ihrem Nest verenden.

 

 

Nützlich: Otter halten den natürlichen Wildfischbestand gesund

In Österreichs größtenteils durch die Wasserkraft und falsche Besatzmaßnahmen degradierten Flüssen gibt es kaum noch gesunde natürliche, wilde Fischvorkommen. Das liegt unter anderem daran, dass die geeigneten Laichplätze verloren gegangen sind. Damit Angler ihrem Hobby nachgehen können, werden regelmäßig schnellwachsende Zuchtfische wie die amerikanische Regenbogenforelle ausgesetzt. Diese künstlichen Besatzfische sind im Gegensatz zu Wildfischen einfach zu fangen und auch für den Fischotter leichte Beute: Die oft degenerierten Besatzfische wissen schlichtweg nicht, wie man sich im fremden Gewässer versteckt.


Damit sich die heimische Fischfauna erholen kann, müssen in erster Linie die Flüsse renaturiert werden.
© VIER PFOTEN

Bedroht: Fischotter stehen in Österreich nach wie vor unter strengem Schutz

 

Die Wiederkehr des Fischotters kann als großer Naturschutzerfolg gewertet werden.  Noch genießen die flinken Schwimmer aber besonderen Schutz durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. Neben Oberösterreich, dem Burgenland, Steiermark und Kärnten sind auch in Niederösterreich wieder teilweise tragfähige Bestände vorhanden. Noch ist der Westen Österreichs aber nicht wiederbesiedelt und Fischotter stehen dort nach wie vor auf der Roten Liste.


Damit sich die heimische Fischfauna erholen kann, müssen in erster Linie die Flüsse, die in einem desaströsen Zustand sind, renaturiert werden. Bis solche Maßnahmen greifen, muss vor allem flächendeckende Vorbeugung und Schadensabgeltung die vordringlichen Ziele sein. Die Tiere zum Abschuss freizugeben kann jedenfalls kein Lösungsansatz sein!

 


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