VIER PFOTEN App nun für Iphone/Ipad und Android erhältlich


VIER PFOTEN App Download für
AndroidAndroid

IphoneIphone

Tierlose Alternativen

2012-12-14

Es existiert bereits heute eine Vielzahl von wissenschaftlich anerkannten Alternativmethoden, die unzählige Tierversuche überflüssig machen würden oder diese ersetzen könnten. Hier ein kleiner Überblick:

In-vitro-Methoden

Eine Vielzahl von in-vitro Methoden, verschiedenen Umfangs können zu Gebrauch kommen. Die Variationen reichen von sub-zellularen (Zellfreien) Teilen, primären Zellen und Zelllinien, welche in wässrigen Suspensionen kultiviert werden, bis zu dreidimensionalen Kulturen, Gewebsteilen und sogar ganzen Organen. In-vitro-Methoden haben den Vorteil, dass menschliche Zellen und Gewebe verwendet werden können, wodurch unvorhersehbare Schwierigkeiten bei der Übertragung der Resultate vom Tier auf den Mensch wegfallen. Menschliche Zellen und Gewebe können durch Biopsien, Obduktionen, Plazenta und chirurgischem Abfall gewonnen werden. Stammzellen bewahren die Fähigkeit sich in-vitro zu vermehren und können sich, wenn korrekte Bedingungen herrschen, in spezialisierte Zellen, zum Beispiel Leber-, Nerven- oder Muskelzellen, teilen. Menschliche Stammzellen könnten uns mit einer verlässlichen, beständigen und unendlichen Quelle an Zellen versorgen, welche für Forschung verwendet werden können und dadurch die sporadische und begrenzte Verfügbarkeit von menschlichem Gewebe umgehen.

Zellkulturen können zu unserem Verständnis über die Mechanismen, welche Krankheiten zugrundeliegen, beitragen. In-vitro-Tests werden regelmäßig zur Impfstoffherstellung, Giftigkeitsgradfeststellung, Medikamentenentwicklung und in der Krankheitsdiagnostik verwendet. Beispiele für den erfolgreichen Ersatz von Tierversuchen durch in-vitro-Methoden sind, unter anderem, die Verwendung von menschlicher Haut zur Informationsgewinnung anstatt von Tests an der Haut lebender Tiere und die Verwendung von primären Zellkulturen als Ersatz von Tests an neugeborenen Mäusen.


© ISTOCKPHOTO.COM

Mikroorganismen
Simple Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder Algen können in der Forschung ebenfalls genutzt werden und somit Tierversuche ersetzen. So können sie zum Beispiel als Frühindikatoren genutzt werden, um die Schädlichkeit von Chemikalien für den Menschen anzuzeigen. Außerdem können Bakterien genetisch manipuliert werden um wertvolle Substanzen zu produzieren, welche bis dahin von Tieren entnommen wurden (z.B. Insulin und monoklonare Antikörper).

Molekulare Methoden
Eine der vielversprechendsten und einflussreichsten Entwicklungen der letzen Jahre ist das Aufkommen von hoch effizienten Methoden, um Veränderungen auf molekularer Ebene erkennen zu können. Molekulare Methoden erhöhen vor allem das Potential von In-vitro-Methoden. Menschliche DNA-Proben können herangezogen werden, um Erkenntnisse über die Biochemie und die Genetik des Menschen zu sammeln. Dies ist eine wichtige Grundlage, um viele Krankheiten und ihre Ursachen verstehen zu können.

Studien an Freiwilligen
Molekulare Methoden sind sehr empfindlich und haben die Fähigkeit in kleinen Stichproben von Gewebsproben und Körperflüssigkeit angewendet zu werden. Diese Charakteristiken machen es möglich, dass Stichproben von Freiwilligen, welche kleinsten und harmlosen Dosen von Substanzen ausgesetzt wurden, analysiert werden. Dies könnte früh auf die Giftigkeit von Substanzen hinweisen.

Bei Studien über Aufnahme von kleinsten Dosen pharmazeutischer Bestandteile, deren Verteilung im Körper, deren Umwandlung und Ausscheidung können Versuchstiere oft durch freiwillige Versuchspersonen ersetzt werden.
Menschliche Gewebeproben können zur direkten Untersuchung verwendet werden (z.B. Gewebepathologie) oder in Zellkulturen und anderen in-vitro-Methoden.

Die Technik bietet uns immer neue Möglichkeiten, um Reaktionen direkt bei Menschen beobachten zu können, was es möglich macht sichere und moralisch vertretbare Studien an Freiwilligen durchzuführen, welche zuvor an Tieren durchgeführt wurden. Zum Beispiel, nicht invasive Gehirnscantechnologien können verwendet werden um Primaten in einigen Experimenten zu ersetzen.

Nicht invasive Techniken, welche den menschlichen Körper erforschen können sind unter anderem:
• Magnetresonanztomographie (MRT) – liefert detaillierte Bilder des Inneren eines menschlichen Körpers und hilft Forschern ihr Verständnis über die Struktur und die Funktionen des Körpers zu erweitern;
• Magnetenzephalographie (MEG) – misst die magnetischen Felder welche von elektrischen Strömungen im Gehirn produziert werden und liefert Informationen über die Funktionen verschiedener Gehirnteile;
• Transkranielle Magnetstimulation (TMS) – veranlasst schwache elektrische Strömungen im Gehirngewebe und ermöglicht so Studien über den Kreislauf und die Verbindungen des Gehirns;

In-silico-Methoden
Diese Testverfahren nutzen mathematische und computergestützte Modelle, um Aussagen über einen Forschungsgegenstand zu machen und Resultate dazu zu liefern. Diese Art der Forschung wird schon jahrelang verwendet, jedoch wird zunehmend erkannt, dass computergestützte Datenanalyse, molekulare Modellbildung und mathematische Berechnungen eine ausschlaggebende Rolle im Ersetzen von Tierversuchen spielen. In-silicio-Methoden sind unter anderem die Vorhersage biologischer Tätigkeit von Substanzen, und die Modellierung von biochemischen, physiologischen, pharmakologischen, toxikologischen und verhaltensmäßigen Vorgängen. Computermodelle ganzer biologischer Systeme sind momentan in Entwicklung und können verwendet werden um Experimente zu simulieren, als Alternativen zu Experimenten an Tieren.


drucken